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Schon heute würden viele Bauwerke nicht ausreichend überprüft und in
Stand gesetzt. 15 Prozent der deutschen Autobahnbrücken hätten
Mängel, sagte der Präsident der Bundesvereinigung für Prüfingenieure
(BVPI), Hans-Peter Andrä, am Freitag in Weimar.
Es sei fahrlässig, die Investitionen für die Verkehrsinfrastruktur
in den kommenden Jahren nicht auf den Bedarfsfall einzustellen und
sogar weiter zu kürzen, obwohl bei den Brücken eine Sanierungswelle
bevorstehe. Mit großer Sorge beobachten die Prüfingenieure auch die
Diskussion um Gigaliner. Es gebe bislang keine zuverlässigen
Berechnungen darüber, wo die Grenzen der Belastbarkeit von Brücken
seien, sagte Andrä. Er bezweifele, dass herkömmliche Brücken das
kräftig wachsende Güterverkehrsaufkommen in Verbindung mit
Gigalinern aushalten würden. Die bisher noch vorhandenen Reserven
bei der Tragfähigkeit und Dauerhaftigkeit der Bauwerke seien
allmählich aufgebraucht.
Der Rückgang bei der Überwachung von Bauwerken sei auch in allen
anderen Bereichen festzustellen. So sei im Ein- und
Zweifamilienhausbau die Zahl der Schadensfälle in den vergangenen
fünf Jahren um rund 30 Prozent gestiegen und es müsse in den
nächsten fünf Jahren mit einer Welle an Folgeschäden gerechnet
werden. Die Ursachen dafür seien immer mehr Pfusch und das Ergebnis
eines "Deregulierungswahns" in Deutschland.
"Der Staat hat die Verantwortung für Sicherheit. Wer deregulieren
will, muss auch sicherstellen, dass die wenigen Vorschriften, die es
noch gibt, auch eingehalten werden", sagte Andrä. Das politische
Ziel, um Kosten zu sparen auf die Überprüfung und Überwachung vieler
Bauten zu verzichten und die Verantwortung auf den Betreiber
abzuwälzen, habe verheerende Folgen.
Zur Bundesvereinigung, die in Weimar ihre Jahrestagung abhält,
gehören rund 700 unabhängige Prüfingenieure.
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